Indoor Connectivity: Warum zuverlässige Funkversorgung in Gebäuden und Tunneln zur Pflicht wird
80 Prozent aller mobilen Datenzugriffe entstehen in Gebäuden. Trotzdem ist die Funkversorgung im Inneren von Bürokomplexen, Einkaufszentren, Flughäfen oder U-Bahn-Tunneln bis heute in vielen Anlagen mangelhaft — oder schlicht nicht vorhanden. Das ist nicht nur ein Komfortproblem. Es ist ein Sicherheits- und Compliance-Risiko.
Radio Frequency Systems (RFS), einer der weltweit führenden Hersteller von HF-Infrastrukturkomponenten, adressiert genau diese Herausforderung mit einem vollständigen Portfolio an Indoor-Connectivity-Lösungen — von der Koaxialleitung bis zur strahlenden Leitung, von der Passivkomponente bis zur Glasfaserlösung.
Warum Indoor-Funk so schwierig ist
Ein Mobilfunkmast versorgt ein Gebiet von mehreren Kilometern. Was er nicht zuverlässig kann: dicke Betonwände, Stahlkonstruktionen oder unterirdische Räume durchdringen. Je moderner und massiver ein Gebäude, desto größer das Funkloch im Inneren.
Hinzu kommt eine regulatorische Realität: In vielen EU-Ländern sind Betreiber kritischer Infrastrukturen verpflichtet, mission-critical Kommunikation — etwa für Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienste — auch im Gebäudeinneren sicherzustellen. Wer das nicht erfüllt, riskiert nicht nur Bußgelder, sondern im Ernstfall Menschenleben.
Die Lösung ist ein sogenanntes Distributed Antenna System, kurz DAS — ein Netzwerk aus Kabeln, Antennen und passiven Komponenten, das das Funksignal aktiv in jeden Winkel eines Gebäudes oder Tunnels verteilt.
Drei Technologiefamilien — eine Gesamtlösung
RFS bietet Indoor-Connectivity in drei Grundtechnologien, die je nach Anforderung einzeln oder kombiniert eingesetzt werden:
RF (Koaxialkabel) bildet das Rückgrat der meisten DAS-Installationen. RFS‘ CELLFLEX-Produktfamilie umfasst über 20 verschiedene Kabeltypen von 1/4″ bis 1-5/8″ — alle mit niedrigster Dämpfung, vollständiger RFI/EMI-Schirmung und minimaler Intermodulation. Für Indoor-Anwendungen besonders relevant: die flammhemmenden JFN-Versionen mit CPR-Klassifizierungen bis B2ca, dem höchsten erreichbaren Brandschutzrating nach EU-Norm EN 50575.
Strahlende Leitungen (RADIAFLEX) sind die technisch anspruchsvollste Komponente im Indoor-DAS. Anders als klassische Antennen, die punktuell senden, funktionieren strahlende Leitungen wie eine durchgehende Antenne entlang ihrer gesamten Länge — ideal für Tunnel, lange Korridore oder schwierige Geometrien. RFS‘ RADIAFLEX-Portfolio unterstützt Frequenzen bis 7,2 GHz und ist 5G-ready. Die neueste Generation unterstützt MIMO-Konfigurationen — also mehrfache parallele Datenströme — was in Bahntunneln Downloadgeschwindigkeiten von über 560 Mbit/s ermöglicht, wie beim Follo-Line Projekt in Norwegen nachgewiesen.
Glasfaser und Hybrid (HYBRIFLEX) ergänzt das RF-System überall dort, wo große Distanzen, hohe Kapazitäten oder der Aufbau von Remote-Unit-Strukturen gefragt sind. HYBRIFLEX kombiniert Glasfaser- und HF-Komponenten in einem einzigen Kabel — das reduziert Installationsaufwand erheblich und macht das System wartungsfreundlicher.
Jede Branche hat ihre eigene Herausforderung
Was RFS von einem reinen Komponentenlieferanten unterscheidet, ist das branchenspezifische Systemverständnis. Denn die Anforderungen an Indoor-Connectivity sind je nach Einsatzbereich grundverschieden:
Lagerhallen und Industrieanlagen sind geprägt von Metallregalen, Stahlträgern und wechselnden Belegungen — alles klassische „Funkkiller“. Hier kombiniert RFS strahlende Leitungen für die Lagerflächen mit DAS-Systemen für Ladeflächen und Bürobereiche.
Flughäfen müssen gleichzeitig tausende Passagiere mit kommerziellem Mobilfunk versorgen und Sicherheitsbehörden mit mission-critical Kommunikation — oft über unterschiedliche Frequenzbänder und Technologien. RFS setzt hier auf technologieagnostische Lösungen, die alle Bänder bis 6 GHz abdecken.
Stadien stellen besondere Herausforderungen dar: Zehntausende Nutzer auf engstem Raum, gleichzeitig Sicherheitsteams und Einsatzkräfte. Die Lösung erfordert punktgenaue Strahlungsdiagramme, MIMO-fähige Stadion-Antennen und eine robuste Backbone-Infrastruktur.
Bahntunnel sind die anspruchsvollste Umgebung überhaupt. Beengte Platzverhältnisse, schlechte Belüftung, hohe mechanische Belastungen und der Funksignalverlust durch voll besetzte Züge — all das erfordert präzises RF-Engineering. RFS RADIAFLEX ist laut Hersteller in etwa 50 Prozent aller U-Bahn-Systeme weltweit verbaut, darunter London, Paris, Hongkong, Sydney und Wuhan.
Brandschutz ist keine Option
Seit Juli 2017 gilt in der EU: Alle in Gebäuden verlegten Kommunikationskabel müssen der Construction Product Regulation (CPR) entsprechen und nach EN 50575 klassifiziert sein. RFS war der erste Kabelhersteller, der RF-Kommunikationskabel mit der höchsten CPR-Klasse B2ca angeboten hat — und betreibt seit 2024 eine eigene Brandprüfkammer in Hannover, die nach EN 50399 zertifiziert ist.
Für Planer und Betreiber bedeutet das konkret: Wer RFS-Kabel einsetzt, erfüllt automatisch die strengsten europäischen Brandschutzvorgaben — inklusive d0-Klassifizierung, also keine brennenden Partikel.
Indoor-Connectivity ist Infrastruktur, keine Option
Ob Logistikzentrum, Krankenhaus, Flughafen oder Bahntunnel — zuverlässige Funkversorgung ist heute eine Grundvoraussetzung für sicheren Betrieb und regulatorische Compliance. RFS bietet als einer der wenigen Hersteller eine vollständige End-to-End-Lösung aus einer Hand, mit über 40 Jahren Erfahrung und nachgewiesenen Referenzen auf allen Kontinenten.
E.Hartner ist autorisierter RFS-Partner für Österreich und den DACH-Raum. Für Projektanfragen und technische Beratung stehen wir gerne zur Verfügung.
