Inkremental-Drehgeber wandeln Drehbewegungen in elektrische Impulsfolgen um und ermöglichen präzise Positionsbestimmung und Geschwindigkeitsmessung. Die Ausgangssignale A, B und Z liefern dabei sowohl Richtungsinformation als auch einen Referenzpuls pro Umdrehung.
Technische Ausführungen und Signalarten
Die verfügbaren Drehgeber arbeiten mit zwei Signalstandards: HTL-Ausführungen (High Threshold Logic) mit 10–30 V Versorgungsspannung für industrielle Umgebungen mit längeren Leitungswegen und TTL-Varianten (Transistor-Transistor Logic) mit 5 V für kurze Distanzen und schnelle Signalverarbeitung. Die Auflösungen reichen von 100 bis 10.000 Pulsen pro Umdrehung (PPR), wobei durch Flankenauswertung der A/B-Signale eine vierfache Auflösung erreicht werden kann.
Mechanisch stehen verschiedene Wellentypen zur Verfügung:
Hohlwellen (6–15 mm) zur direkten Montage auf Antriebswellen
Vollwellen (6–10 mm) mit Wellenkupplung
Klemmflansch-Ausführungen für flexible Befestigung
Synchroflansch-Modelle nach DIN für Standardanbindungen
Die Gehäuse erfüllen Schutzart IP65 nach IEC 60529 und sind damit gegen Staub und Strahlwasser geschützt. Anschlüsse erfolgen über Kabelausgang, M12-Steckverbinder oder M23-Rundstecker.
Typische Einsatzbereiche
In der Antriebstechnik dienen Inkremental-Drehgeber zur Drehzahlregelung von Servomotoren und Frequenzumrichtern, wobei die Quadratur-Signale eine exakte Positions- und Geschwindigkeitserfassung ermöglichen. Druckmaschinen nutzen sie zur Registerregelung und Bahngeschwindigkeitsmessung, während in Verpackungsanlagen die präzise Taktung und Schnittlängensteuerung im Vordergrund steht. Bei Werkzeugmaschinen ermöglichen die Drehgeber die Achsenpositionierung im Mikrometerbereich, in der Fördertechnik überwachen sie Bandgeschwindigkeiten und Stückzahlerfassung.