Strukturierte Verkabelung bildet das Rückgrat moderner Datennetze. Von der Büroverkabelung bis zur industriellen Ethernet-Anbindung müssen Datenkabel spezifische Übertragungsraten, Schirmungsanforderungen und mechanische Belastbarkeit erfüllen.
Produkttypen und technische Ausführungen
Die Ethernet-Verkabelung gliedert sich nach Kategorien und Schirmungstypen:
Cat.5e: Bis 1 Gbit/s bei 100 MHz, ausreichend für Standard-Büronetze
Cat.6: Bis 1 Gbit/s bei 250 MHz, für höhere Störsicherheit
Cat.6A: 10 Gbit/s bei 500 MHz, zukunftssichere Installation
Cat.7: 10 Gbit/s bei 600 MHz, maximale Abschirmung für kritische Umgebungen
Die Schirmung bestimmt die elektromagnetische Verträglichkeit: Ungeschirmte U/UTP-Kabel genügen für störungsarme Umgebungen. F/UTP bietet Folienschirmung des Gesamtkabels. S/FTP kombiniert Folien- und Geflechtschirm für industrielle Anforderungen nach EN 50173.
Verlegekabel mit starren Kupferleitern (AWG 23-24) eignen sich für feste Installation in Kabelkanälen. Flexible Patchkabel mit Litzenleitern verbinden aktive Komponenten. Industrieausführungen mit PUR-Außenmantel widerstehen Ölen, erreichen 5 Millionen Biegezyklen in Schleppketten und arbeiten von -40°C bis +80°C.
Typische Einsatzbereiche
In der Gebäudeverkabelung verbinden horizontale Verlegekabel Etagenverteiler mit Arbeitsplatzdosen nach ISO/IEC 11801. Industrielle Ethernet-Netze nutzen geschirmte Cat.6A-Kabel für PROFINET und EtherCAT zwischen Steuerung und Feldgeräten. Schaltschrankverkabelung erfordert platzsparende, hochflexible Patchkabel mit kleinen Biegeradien. In der Automatisierungstechnik gewährleisten schleppkettentaugliche Ethernet-Kabel die Datenübertragung an bewegten Maschinenteilen.